Die DONAU vor uns

Nach Frühstück mit frischen Brötchen vom nächsten Bäcker starten wir noch vor acht Uhr. Heute stehen 75 km und 5 Schleusen an. Vor der ersten Schleuse, Freudenberg, müssen wir auf ein Bergfahrer-Güterschiff warten. Es ist die Donau, mit der wir nun den ganzen Tag gemeinsam weiter fahren.  Nur bei der letzen Schleuse, Rothenfels, müssen wir auf einen Talfahrer warten, in die anderen (Faulbach, Eichel und Lengfurt) können wir direkt einfahren. Dem Schleusenwärter in Faulbach gratulieren wir zum Gewinn des ersten Preises beim Wettkampf um den unfreundlichsten Schleusenwärter. Er schnautzte uns per Funk an, dass wir endlich einfahren (da waren wir schon dabei) und festmachen sollten, während die Donau noch mit laufenden Motoren wunderschöne Wirbel und damit Schwierigkeiten beim Einfahren verursachte. Dafür bekam er dann beim Ausfahren die Pforten nicht auf. Die Tagesstrecke war  “Natur rein”, Waldhänge auf beiden Seiten, zwischendurch einzelne Weinberge, kleine Ortschaften, kaum Industrie. Nur 2 Sportboote kommen uns entgegen, dafür sehen wir 2 Güterschiffe wieder, die wir schon früher getroffen hatten: “Erlangen” auf dem Mittellandkanal und “Vecht” auf dem Rhein, die Welt ist halt klein.Nach Rothenfels bläst urplötzlich nach 10 Stunden bedecktem Sonnenscheins ein starker Wind übers Wasser. Auf dem Meer hätten wir jetzt anständig Wellen, aber hier merkt man praktisch nichts. Unser Zielhafen Marina Lohr ist voll und wir machen darum nach 11 Stunden Fahrt um 19:00 Uhr an der städtischen Lände von Lohr fest. Dann schneller Altstadtrundgang und Essen.

 

Vor dem Schlafengehen stelle ich beim Kontrollgang (mehr Kontrollkriechen) im Maschinenraum fest, dass unter dem Wellen-/Getriebeflansch der Steuerbordmaschine kleiner Metalabrieb liegt. Ich überprüfe die Wellenfestmacherschrauben: eine ist sehr locker, 2 andere können klar nachgezogen werden. Meine Diagnose ist, dass durch die lockerne Schraube die Welle nicht rund gelaufen ist, und dadurch irgendwo Abrieb erfolgte. Zum weiteren Überprüfen lege ich ein sauberes Tuch unter die Stelle, um mögliche Späne leichter feststellen zu können. Sicherheitshalber sehe ich mir auch die Backbordseite an: hier sind zwar die Wellenfestmacherschrauben ok, aber eine der Flanschschrauben ist ganz locker und andere müssen nachgezogen werden! Da beiden Wellen in Flensburg ausgebaut waren zum Wechsel der Wellenstopfdichtungen ist das Vertrauen in die Arbeit von sogenannten Fachleuten mal wieder auf dem Nullpunkt angelangt.