Traditionelles Eskader an Himmelfahrt

Pirttisaari

14. – 17.5. Himmelfahrt-Eskader nach Estland/Viinistu

Unser traditionelles Eskader im Klub der Motorboot-Langstreckenfahrer soll diesmal nach Viinistu östlich von Tallin gehen. In kleinen Gruppen werden wir dort eintreffen. Am Mittwoch stürmt es noch, so fahren wir Donnerstag mit Marita und Markku von der Elisabeth in Richtung Porvoo zur Insel Pirttisaari. Bevor wir zur geschützten Bucht gelangen dürfen wir uns durch 2 m hohe Seitenwellen kämpfen. Das überzeugt uns zu mindestens von unserer Entscheidung, heute den finnischen Meerbusen nicht zu überqueren. Am Anleger sind wir erst einmal allein. Nach einem langen Spaziergang zur Ostseite der Insel sind noch 2 Segelboote angekommen. Am Abend stellen wir fest, dass wir kein richtig heisses Wasser haben. Ich gehe davon aus, dass die Monteure aus Versehen den Kreislauf über den Boiler abgeschaltet hatten.

Viinistu

Am Freitag dann die Überfahrt bei alten Wellen und kühlem Wetter, wir fahren von drinnen. Um 10:30 verabschieden sich die Kompassdaten und der Autopilot ist nur noch manuell einzustellender Pilot, kein Problem, eine Stunde später funktioniert wieder alles. Im Hafen Viinistu müssen wir durch ein Bojengewirr und gehen an der Marinett II längseits. Wir sind 6 Marinerboote, 1 Skipper ohne Boot und um Mitternacht kommt noch das 7. Boot hinzu. Weiter liegen 4 finnische Segelboote hier. Nach meinem Besuch im Hafen im April sind die Klampen erneuert, die Einfahrt und ein Stein im Hafenbecken gut gekennzeichnet. Nur den Bojensalat, zu viel und zu eng, müssen sie noch entwirren. Gemeinsames gutes Abendessen im Hotel – ehemalige Fischkonservenfabrik. Und heisses Wasser haben wir nun auch, nachdem ich die Ventile aufgedreht hatte. Es fehlt nichts weiter als mein Pass und Rotwein, beides zu Hause gelassen.

Samstag Ruhetag im Hafen, eine Gruppe fährt mit Fahrrädern nach Loka, um noch Bier einzukaufen. Ich radele an den nördlichsten Punkt von Estlands Festland, Purekkari. Hier zieht sich eine 800 m lange Landzunge in die offene See. Leider ist das Wasser so hoch, dass man nicht bis zur Spitze laufen kann. Am Abend ist Nacht der Museen. Im Kunstmuseum gibt es bei freiem Eintritt Klavierkonzerte und 600 Gemälde anzuschauen. Nach dem Abendessen gibt es zum Abschluss noch marinierten Lachs auf der Marinett.

Sonntag hat sich das Wetter beruhigt und fast bei Windstille haben wir eine angenehme Rückfahrt direkt nach Hause. Vor Helsinki mit starkem Fährenverkehr streikt das AIS mal wieder. Das Navigationsprogramm muss runter- und wieder raufgefahren werden, dann haben wir wieder Empfang.  Die Einstellungsänderungen am Sounder waren erfolgreich, bei Wassertiefen grösser 5 m erhalten wir eine laufende Bodenanalyse; brauchen tun wir die natürlich nur beim Ankern und da sind die Wassertiefen hier im Norden meistens geringer. Nach Einbau neuer Termostaten zeigen nun beide Motoren gleiche Kühlwassertemperaturen an – so sind nun die jahrelangen Kopfschmerzen über die verschiedenen Temperaturen auch Vergangenheit. Und die neuen Abgastemperaturfühler funktionieren auch. Nur die 25 l Wasser, die ich dann zu Hause in der Bilge vorfand, sind ein neues Problem. Nach Untersuchung im Motorraum und dem Heckstauraum gehe ich davon aus, dass die neuen Abgasschläuche nicht fest genug auf dem Ausgangsflansch angezogen waren. Bei der nächsten Fahrt werden wir sehen, ob diese Annahme richtig war.